Eine Illustration im realistischen Anime-Stil zeigt eine junge Frau, die sich auf eine Langzeitreise nach Australien vorbereitet. Sie sitzt an einem Schreibtisch, umgeben von Reiseführern, Karten und einem Laptop. Neben ihr stehen ein Koffer und eine Angelrute. Die Frau wirkt sowohl aufgeregt als auch nachdenklich, was die gemischten Gefühle der Vorfreude und Planung widerspiegelt. Im Hintergrund sind Elemente eines Büros mit einer traumhaften Landschaft Australiens, einschließlich Uluru, Strände und Eukalyptusbäume, zu sehen.

Es ist immer wieder das Gleiche

Egal ob einfacher Urlaub oder Langzeitreise. Die Vorfreude sprudelt quasi aus einem heraus, sämtliche Shopping-Vorschläge von Google werden durch Anzeigen für günstige Flüge ersetzt und man selbst hat das Gefühl, Körper und Kopf befinden sich an zwei unterschiedlichen Orten. So geht es mir schon seit einiger Zeit. Physisch sitze ich im Büro und gehe relativ maschinell meinen alltäglichen Aufgaben nach. Meine Gedankenwelt befindet sich aber bereits Down Under. Die Vorfreude steigert sich ins Unendliche, wie schön wäre es, nach Ablauf des Reise-Countdowns einfach vom Büro in den Flieger zu springen und alles wäre schick. Schwierig. Sehr schwierig!

Reisevorbereitungen

Ich kann nicht einfach so für 14 Monate das Land verlassen (und vielleicht sogar länger), ohne zu wissen, dass Zuhause alles geregelt ist. So fängt es dann an, das Vorbereitungs-Gewusel. Ich wusste gar nicht so richtig, worum ich mich als erstes kümmern soll, deshalb habe ich meine Gedanken in drei Gebiete der Reisevorbereitung aufgeteilt:

  1. Berliner Angelegenheiten klären
  2. Australische Vorbereitungen und Dokumente
  3. Technik

Sieht simpel aus, aber tatsächlich hat mir diese Aufteilung geholfen, bzw. hilft mir immer noch, den Überblick zu behalten. Gern gehe ich meinen – nun fast abgeschlossenen – Prozess mit euch durch und hoffe, dass er auch für euch hilfreich sein wird. Wenn ihr noch keinen Reisepass habt und auch keine Kreditkarte, solltet ihr diese Punkte an Platz 1 setzen. Da ich viel reise, musste ich mich um diese Dinge nicht kümmern. Gleiches gilt für Impfungen.

Los geht’s heute mit Teil 1 der Reisevorbereitung, die anderen beiden Teile werde ich in den nächsten Wochen in 2 weiteren Blogbeiträgen behandeln.

1. Berliner Angelegenheiten klären

Job kündigen

Das für mich schwierigste stand direkt an erster Stelle: Gespräch mit der Chefin. Nun ist es bei mir nicht so wie bei vielen anderen, die ihren Alltag hinter sich lassen. Ich hasse meinen Job und meine alltägliche Umgebung nicht aufs tiefste und kann es kaum erwarten, der Chefin die Kündigung vor die Füße zu knallen. Es war nur einfach nicht mehr der richtige Job für mich und ich sehnte mich nach einer neuen Herausforderung. An sich mag ich mein Team und auch meine Chefin war immer sehr fair. Gott sei Dank stand Ende 2015 sowieso ein Mitarbeitergespräch an, so konnte ich das Gespräch zu meiner getroffenen Entscheidung nicht weit vor mir her schieben.

Mein Tipp: Sprecht ganz offen und so früh wie möglich mit euren Vorgesetzten!

Bei mir lief es so gut, dass ich es immer wieder genau so machen würde. Ich habe ihr gesagt, dass es mich einfach wieder ins Ausland zieht (da ich im Ausland studiert habe und nur für den Job zurück nach Deutschland kam, war ihr meine Leidenschaft fürs Reisen bewusst). Es gab in meinem Fall die Chance, meine Position innerhalb des Unternehmens zu ändern und ein Aufgabengebiet zu übernehmen, das mir mehr Spaß gemacht hätte. Das hat mir meine finale Entscheidung nicht gerade leichter gemacht, aber für mich stand trotzdem fest, dass ich für das Büroleben nicht gemacht bin. Meine Chefin hat die Beweggründe für meine Kündigung verstanden und mich sehr dafür gelobt, dass ich mich so früh gemeldet habe. So kann sie die Suche nach einer Nachfolge stressfrei gestalten.

Untermieterin finden

Da ich eine eigene, voll ausgestattete Wohnung habe, war es mir sehr wichtig, eine passende Untermieterin zu finden. Ich habe meine Wohnung lediglich bei »WG-gesucht online gestellt. Unkompliziert, kostenfrei und übersichtlich.

Mein Tipp: Stellt eure Wohnung so früh wie möglich online!

Der Vorteil ist, dass die meisten relativ spontan unterwegs sind und nicht Monate im Voraus eine Wohnung suchen. Auf diese Weise werdet ihr nur von den Leuten angeschrieben, die wirklich weit im Voraus planen und sehr genau wissen, was sie wollen. In Berlin wird man im Normalfall mit Anfragen überhäuft. Dadurch, dass ich Anfang des Jahres bereits eine Untermieterin für Juli gesucht habe, bekam ich nur um die 10 Anfragen. Drei habe ich eingeladen und eine davon ist es geworden. So spart man sich den Stress, aus Hunderten von Interessierten filtern zu müssen und hat kurz vor der Abreise den Kopf frei für andere Vorbereitungen.

Wie sichere ich meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1?

Dieser Punkt ist wohl der nervigste und auch der, der mich am meisten gestresst hat. Ich möchte mich ganz, ganz herzlich bei »Carina sowie »Ania und Daniel bedanken, die den Ablauf, was bei einer Langzeitreise beim Arbeitsamt geklärt werden muss, so verständlich erklärt haben, dass ich mich an deren Erzählungen entlanggehangelt habe. Nach meinen persönlichen Erfahrungen fasse ich die wichtigsten Erkenntnisse nochmal kurz für euch zusammen und füge eine ganz wichtige Sache, die ich so deutlich online noch nicht gefunden habe, hinzu.

Erstmal: meldet euch arbeitslos, auch wenn ihr noch nicht genau wisst, wann ihr wiederkommen werdet! Ich will gar nicht groß ausholen, dazu gibt es genug Informationen online, es ist auf jeden Fall wichtig, sich in Deutschland zu melden. So bekommt ihr versicherungstechnisch keine Probleme und könnt nach eurer Rückkehr Arbeitslosengeld 1 beziehen.

Ganz, ganz wichtig: Egal ob ihr kündigt oder gekündigt werdet: Ihr dürft am 1. Tag eurer Arbeitslosigkeit noch NICHT im Ausland sein!

Dieser kleine Punkt hat bei mir alles durcheinandergewirbelt. Mein Plan war nämlich, mich einfach kündigen zu lassen und zwar zum 31.07., aber bereits ab dem 12.07. in Australien zu sein (möglich durch Urlaub bzw. Überstunden). So hätte ich Ende Juli noch ganz angenehm ein Monatsgehalt überwiesen bekommen. Wenn ihr länger als 12 Monate reisen wollt, ist das allerdings ein ganz, ganz blöder Plan!

Also nochmal: man muss am ersten Tag seiner Arbeitslosigkeit in Deutschland sein! Die Beamten rechnen nämlich folgendermaßen: am ersten Tag der Arbeitslosigkeit werden 24 Monate zurückgerechnet. Wurde in diesen 2 Jahren 12 Monate am Stück versicherungspflichtig gearbeitet, hat man Anspruch auf Arbeitslosengeld 1. Ist dies nicht der Fall, hat man keinen Anspruch. Seid ihr am 1. Tag eurer Arbeitslosigkeit NICHT in Deutschland, wart ihr zu keinem Zeitpunkt für den deutschen Arbeitsmarkt verfügbar und könnt euch nicht als arbeitssuchend melden. Somit würden sie erst bei eurer Rückkehr 24 Monate zurückrechnen. Bei mir sah das dann so aus: Wenn ich planmäßig im September 2017 wieder komme, schauen sie sich den Zeitraum von September 2015 bis September 2017 an. Versicherungspflichtig in Deutschland gearbeitet hätte ich in der Zeit aber lediglich von September 2015 bis Juli 2016. Somit wäre mein Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 versiegt und ich wäre direkt ins Harz IV gerutscht. Uncool!

Nachdem all das geklärt war, vergingen ca. 4 Wochen, bis ich wieder Post bekam. Sie schickten mir eine Arbeitsbescheinigung, die vom Arbeitgeber unterschrieben werden muss. Hier galt es wieder einiges auszufüllen. Diese gepaart mit meiner Kündigung und dem noch fehlenden Versicherungsnachweis konnte ich dann bestens vorbereitet meine persönliche Vorsprache antreten.

Ich habe ca. 15 Minuten bei der Agentur für Arbeit verbracht. Die Beraterin sagte, ich hätte zwei Dinge richtig gemacht: 1. habe ich alles im Voraus online eingereicht und 2. bin ich früh zur persönlichen Vorsprache erschienen (8.30 Uhr morgens). So blieben mir viel Stress und lange Wartezeiten erspart und bin tatsächlich mit einem positiven Eindruck aus der Agentur für Arbeit wieder herausgekommen. Damit hätte ich niemals gerechnet!

Noch Fragen?
Rein damit, in die Kommentare!
Im nächsten Teil werden wir uns mit den Vorbereitungen, die wir für Australien bereits treffen können, beschäftigen. Wo habe ich meinen Flug gebucht, wo bin ich versichert, welche Dokumente sind wichtig und habe ich in Australien bereits eine Wohnung?

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